Halsbandsittich – Bericht

Halsbandsittich (Psittacula krameri manillensis)

Heimat, Entdeckung und Verbreitung

Der Halsbandsittich (Psittacula krameri) bzw. auch Kleiner Alexandersittich genannt, kommt sowohl in Afrika als auch in Asien vor. Er ist ebenfalls in der freien Wildbahn Europas zu Hause, und beispielsweise in Düsseldorf, Heidelberg, Köln, e.g. zu beobachten.

Es gibt vier bekannte Unterarten:

Es existieren von diesen Unterarten ausgehend auch Mischformen, z.B. von Psittacula krameri borealis, Psittacula krameri manillensis und Psittacula krameri krameri. Der Halsbandsittich zählt zur Unterfamilie der Edelpapageien (Psittaculinae), der Gattung Edelsittiche (Psittacula) zugehörig. Edelsittiche bewohnen Wälder und Felder, manche Arten kommen selbst in Ortschaften vor. Sie leben außerhalb der Brutzeit gesellig, sind schnelle Flieger und können auch geschickt klettern.

Alter: 25-30 Jahre sind in Gefangenschaft keine Seltenheit
Größe: Die Länge beträgt 38-42 cm (afrikanische Unterarten sind kleiner als die asiatischen)

Ich möchte mich bei der weiteren Beschreibung ausschließlich auf den Indischen Halsbandsittich (Psittacula krameri manillensis) beziehen, diesen ich selbst halte und züchte.

Der Indische Halsbandsittich hat einen roten Oberschnabel, der Unterschnabel ist schwarz mit ein wenig rot. Diese Unterart ist von der Farbe etwas dunkler als die anderen Unterarten, das Rosa im Nacken ist etwas besser sichtbar, Unterschwanz und Innenseite der Flügel sind hellgelb. Nur die Männchen haben ein Nackenband, daher auch der Name Halsbandsittich. Die zwei längsten Schwanzfedern sind grün mit deutlich blauem Anschlag an der Oberseite. Diese Unterart führt in der Mutationszucht zu sehr schönen Ergebnissen, in verschiedenen Farben.

Galerie Halsbandsittiche (Vogelzucht Wuttig)

Haltung, Unterbringung … so fühlen sie sich am wohlsten

Diese Sittiche werden in der Regel in Volieren von 3-5 m Länge, 0,8-1 m Breite und einer Höhe von 2 m gehalten. Doppeltes Maschengitter ist ratsam, weil es gelegentlich zu Streitigkeiten gegenüber Mitbewohnern der Nebenvolieren kommen kann. Edelsittiche sind frostempfindlich! Deshalb konstruieren Sie die Voliere so, dass auch Möglichkeiten für eine Aufwärmung gegeben sind. Lassen Sie Ihre Halsbandsittiche bei starkem Frost bzw. Eisbildung an den Sitzstangen nicht in die Aussenvoliere. Die fleischhaltigen, feuchtigkeitshaltigen Beine können festfrieren oder die Tiere reißen sich beim Erschrecken eventuell die Füße ab. Bei trockener Kälte halten die Tiere auch einige Minusgrade aus. Verwenden Sie für die Ausstattung der Voliere große, runde Sitzstangen, die Vögel können dann ihre eigenen Füße beim Ausruhen selbst wärmen. Das Nagebürfnis ist bei Halsbandsittichen ausgeprägt, auf eine geeignete Materialauswahl ist zu achten. Gibt man regelmäßig frische Zweige, lassen die Halsbandsittiche Ihre Volieren- und Käfigkonstruktion weitestgehend unbeschadet.

Edelsittiche (Psittacula) stellen geringe Ansprüche an die Ernährung. Als geeignet empfiehlt sich Großsittichfutter (verschiedene Hirsearten, Glanz, wenig Sonnenblumenkerne, Weizen, Buchweizen, Hafer – nicht überdosieren, Hanf), Hagebutten, ungespritztes Grünfutter, Möhren, Löwenzahn, getrocknete Ebereschenbeeren, Äpfel, Birnen, Mais – nicht überdosieren, verschiedene Wildsamen, wie Brennesselsamen, Marien-Distelsamen, Leinsaat (fetthaltig!), Keimfutter – frisch zubereitet, sowie Vogelgrit und Kalksteine.

Bei abwechslungsreichem Angebot ist die Hinzufügung von Vitaminpräparaten oder Konditionsfutter nicht erforderlich.


Die Zucht

Halsbandsittiche brüten in Höhlen von Baumstämmen, Ästen und einige Arten auch in Spalten und Höhlungen von Gebäuden. Während der Brutzeit sollten die Paare alleine gehalten werden. Halsbandsittiche sind ab dem dritten Lebensjahr fortpflanzungsfähig, manchmal früher. Mehr als 2 Bruten pro Jahr sind nicht sinnvoll.

Als Start für die Brutsaison empfehle ich März/April. Bei den teilweise noch kalten Temperaturen dieser Jahreszeit (unter 3° C) sollte die Voliere geheizt werden. Das Gelege besteht aus 3-5 Eiern, die Brutzeit umfasst ca. 23 Tage. Für den Legeabstand können als Orientierung 2 Tage angenommen werden. Das Weibchen brütet ab dem zweiten bzw. dritten Ei fest und wird vom Männchen gefüttert.

Bei Mutationszuchten sollte auf die Beringung und Dokumentation der Jungtiere geachtet werden. Etwa 10 Tage nach dem Schlupf der Jungen ist eine Beringung durchzuführen.

Es ist darauf zu achten, dass die geschlossenen Ringe rechtzeitig bei den Küken angebracht werden. Spätestens 12 Tage nach dem Schlupf! Wird dieses Zeitfenster überschritten, ist die Beringung mit einem geschlossenen Ring nicht mehr möglich, weil sich die Gelenke der Tiere verfestigen und ein Überstülpen des Ringes verhindern. Rechtzeitig bedeutet jedoch auch, nicht zu früh, weil der Ring sonst wieder runterruscht.

Ein geschlossener Ring, inkl. geeigneter Beschriftung, ist ein erstes Kennzeichen, dass kein Wildfang vorliegt, was wichtig ist, wenn z.B. artengeschützte Vögel erworben werden.

Nach 3-4 Wochen nach dem Schlupf wird das Küken dunkler, die Gefiederfarbe lässt sich bereits an den ersten Federkielen erkennen. Dies ist der wohl spannendste Moment für einen Mutationszüchter, indem er nun über die farbliche Gestaltung seiner späteren Zuchttiere Aufschluss erhält.

Im Alter von ungefähr 7 Wochen verlassen die Jungvögel den Nistkasten.

Die Elterntiere füttern nach dem Ausfliegen der Jungen noch 4 Wochen. Danach können die Jungtiere von den Eltern getrennt untergebracht werden.

Halsbandsittiche dulden in der Regel Nistkastenkontrollen.

Zuchtfreund Matthias Wuttig

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